"Made in Germany"
Ursprünglich 1887 in Großbritannien eingeführt, um Konsumenten vor vermeintlich minderwertigen Importen aus Deutschland zu warnen, entwickelte sich „Made in Germany" schnell zu einem Gütesiegel. Was als „Warning" begann, wurde im Laufe der Zeit zum „Winning".
Ist das noch immer so?
Für den Fachverband Werkzeugindustrie (FWI) ist die Sache klar: ,,Made in Germany" besitzt für die deutsche Werkzeugindustrie nach wie vor eine herausragende Bedeutung - im Inland wie auch auf internationalen Märkten. ,,Unsere Befragung unter Handwerksbetrieben hat gezeigt: Deutsches Werkzeug steht in den Augen der Anwender vor allem für Qualität (89 %) und Langlebigkeit (71 %) und Sicherheit (45 %)", erläutert Stefan Horst, Geschäftsführer des in Remscheid ansässigen FWI. Viele Handwerker würden damit auch Werte verbinden, die sich nicht auf das Produkt, sondern auf die herstellenden Unternehmen selbst beziehen. Diese seien Tradition (23 %), Arbeitsplatzsicherung (13 %) sowie faire Arbeitsbedingungen (10 %). ,,Auch diese Werte prägen das Selbstverständnis unserer Mitgliedsunternehmen und sind fest in der Branche verankert", so Horst. Auf der anderen Seite hätten nur rund ein Drittel der Befragten volles Vertrauen in Herkunftsangaben wie „Made in Germany", wenn nicht klar sei, wer sie überprüft hat. ,,Mit unserem als Marke geschützten Verbandszeichen „Deutsches Werkzeug - Made in Germany" geben wir hier Sicherheit: Es steht für eine nachweisbare Fertigung der qualitätsbegründenden Arbeitsschritte in Deutschland", schildert der Verbandsgeschäftsführer. Die Studie habe auch gezeigt, dass das Herkunftsland knapp ein Viertel der Kaufentscheidung beeinflusst. In einem Umfeld globaler Beschaffungsmärkte und fragiler Lieferketten bleibe die klare, glaubwürdige Herkunftskennzeichnung damit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
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NWS
„Wir produzieren in Deutschland, an traditionsreichen Standorten in Solingen sowie in Steinbach-Hallenberg und Schwarza in Thüringen. Für uns bedeutet das nicht nur Nähe zu unseren Wurzeln, sondern auch, dass wir Wertschöpfung, Know-how und Verantwortung in der Region halten. Unsere Zangen tragen damit ein Stück deutscher Handwerkstradition in die Welt hinaus", erklärt NWS Prokurist Michael Adam auf Anfrage. Sein Unternehmen nutze die Herkunftsangabe ,,Made in Germany" bewusst und offensiv. Sie sei kein Marketing-Slogan, sondern das Versprechen, dass Entwicklung, Fertigung und Qualitätskontrolle in Deutschland stattfinden. ,,Es ist ein sichtbares Bekenntnis zu unseren Standards - und ein Alleinstellungsmerkmal, das wir mit Stolz tragen", so Adam. Seiner Meinung nach gewinne gerade in globalen Märkten und fragilen Lieferketten die Herkunftsangabe an Bedeutung. Kunden wollten wissen, wo und wie ihre Werkzeuge entstehen. Adam: .,In einer Zeit, in der Produkte weltweit verfügbar sind, sorgt „Made in Germany" für Orientierung und Vertrauen. Der Handel schätzt die Verlässlichkeit, Endanwender verbinden damit Langlebigkeit, Präzision und Sicherheit. Das Label ist damit ein wichtiger Anker in der Markenkommunikation - und hilft, die Spreu vom Weizen zu trennen."
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Eisenwaren-Zeitung | 8/2025